Marktbeobachtung Stellenanzeigen · September 2026

Wer soll KI ins Unternehmen bringen?

Wir haben 5.399 Stellenanzeigen daraufhin ausgewertet, wie Unternehmen Rollen mit KI-Bezug zuschneiden und woran sie erkennen wollen, wer so eine Rolle ausfüllen kann.

Analysiert wurden Stellenanzeigen aus Marketing, Vertrieb, HR, Finanzen und Controlling, Einkauf und Supply Chain sowie Projekt- und Prozessmanagement.

01Die Größenordnung

In drei von hundert Anzeigen soll jemand KI zu anderen ins Unternehmen tragen.

KI wird häufig erwähnt. Meistens geht es dabei nicht um die Arbeit der Person, die eingestellt werden soll. Und noch seltener darum, sie im Haus zu verbreiten.

3 von 100 sollen KI zu anderen im Unternehmen bringen: einführen, prüfen, Standards setzen.
6 weitere meinen mit KI die Person auf der Stelle, aber ohne diesen Auftrag.
6 weitere erwähnen KI nur im Firmenbild, im Bewerbungsverfahren oder nebenbei.
85 von 100 erwähnen KI überhaupt nicht.
02Wo es passiert

Im Marketing kommt KI am häufigsten vor.

Anteil der Anzeigen je Funktion, in denen KI überhaupt auftaucht.

Wie oft KI vorkommt, sagt wenig darüber, wie tief sie sitzt. Im Marketing steht KI besonders oft nur als Werkzeug daneben. Im Projekt- und Prozessmanagement steckt sie dafür besonders oft im Kern der Rolle.

03Wie tief KI in der Rolle sitzt

Bei den meisten Rollen bleibt alles so, wie es vorher war.

Wir haben jede der 481 Anzeigen einer von fünf Stufen zugeordnet, geordnet danach, was die Erwähnung das Unternehmen kostet.

24 %KI wird verlangt, aber nicht gebrauchtIm Anforderungsprofil stehen KI-Kenntnisse. In den Aufgaben steht nicht, wofür.
26 %Eine Aufgabe kommt dazuEine benannte Tätigkeit mit KI in einer sonst gewöhnlichen Rolle. Streicht man sie, bleibt eine vollständige Stelle stehen.
10 %Die Arbeit selbst ist eine andereKI taucht an mehreren Stellen in den Aufgaben auf und verändert, wie sie beschrieben sind.
33 %KI soll zu anderen getragen werdenDie Person soll KI nicht nur selbst benutzen, sondern einführen, prüfen, ausrollen und Kollegen befähigen.
7 %Ohne KI bleibt keine Stelle übrigDie Aufgabenliste besteht überwiegend aus Arbeit, die es ohne KI nicht gäbe.
04Der Auftrag

Ein Drittel soll KI zu Kollegen bringen, die ihm nicht unterstellt sind.

Das ist die größte Gruppe im Datensatz. Sie ist auch die einzige, in der jemand die Arbeit anderer Leute verändern soll und nicht nur die eigene.

Im Marketing wird KI am häufigsten erwähnt und am seltensten weitergegeben. Im Projekt- und Prozessmanagement ist es umgekehrt.

Anteil an den kodierten Anzeigen mit KI-Erwähnung der jeweiligen Funktion. Die Balken zeigen den Wert im Verhältnis zum höchsten. Jeder Name führt zur eigenen Auswertung dieser Funktion.

05Beispiele

So klingt es, wenn KI die Rolle verändert.

Drei Sätze aus den Anzeigen der beiden oberen Stufen. Wörtlich zitiert, ohne Firmennamen.

„Du identifizierst Use-Cases für Künstliche Intelligenz (AI) und Machine Learning im HR-Bereich (z. B. Predictive Analytics für Fluktuation).“
Director People Analytics & Data · HR
„Du implementierst eine neue, KI-basierte Lösung und entwickelst einen integrierten Prozess für Absatz- und Bedarfsplanung.“
Expert:in Demand Forecasting · Einkauf
„Beratung der Fachbereiche bei der KI-gestützten Optimierung von Arbeitsabläufen und Geschäftsprozessen.“
KI-Prozessmanager/in · Projekt und Prozess
06Woran gemessen wird

44 Prozent verlangen Erfahrung. Ein Prozent verlangt einen Nachweis.

Wir haben für jede der 481 Anzeigen festgehalten, woran das Unternehmen festmacht, dass jemand den KI-Teil kann.

Gar kein Kriterium21 %
Zu KI wird von der Person nichts verlangt.
Eine Haltung24 %
Affinität, Interesse, Neugier, Offenheit.
Erfahrung44 %
Erfahrung oder Kenntnisse, ohne ein Werkzeug zu nennen und ohne Nachweis.
Ein Werkzeug mit Namen10 %
Kenntnisse in einem konkreten Produkt.
Ein Nachweis1 %
Arbeitsproben, eigene Projekte, Referenzen.
07Schlussfolgerungen

Diese Anforderungen stammen aus Rollen, die es schon gab.

Bis hierhin standen nur Zahlen. Was jetzt kommt, ist meine Meinung dazu.

Erfahrung, die kaum jemand sammeln konnte44 Prozent verlangen Erfahrung mit KI. Die Rollen, in denen man sie hätte sammeln können, entstehen gerade erst. Wer sie mitbringt, hat sich das Thema meistens selbst genommen, ohne dass es seine Aufgabe war.
Ein Studium, das es dafür nicht gibtKein Abschluss qualifiziert dafür, KI in ein bestehendes Unternehmen zu tragen. Es ist nicht Informatik und es ist auch nicht BWL.
Kein NachweisEine von hundert Anzeigen fragt nach etwas Vorzeigbarem. Gleichzeitig soll in einem Drittel dieser Rollen die Person Kollegen befähigen und Standards setzen, also etwas verändern, das ihr nicht untersteht.

Das sind die Kriterien, mit denen man eine bestehende Stelle nachbesetzt. Nicht die, mit denen man eine neue schneidet.

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Ein Link oder ein Anhang genügt.

  • Wo Ihre Rolle steht. In welche der fünf Stufen sie fällt und wie sie im Vergleich zu den anderen Anzeigen aussieht.
  • Was sich nicht prüfen lässt. Welche Ihrer Anforderungen im Gespräch niemand belegen kann, und woran das liegt.
  • Drei Fragen für das Gespräch. Fragen, die ein Bewerber im Gespräch beantworten können muss.
Moritz Steinbach
Moritz Steinbach

Seit drei Jahren AI Lead bei HR factory. Ich verantworte dort, wie KI eingesetzt wird, von der ersten Bestandsaufnahme über die Gespräche mit den Mitarbeitern bis zum Bau eigener Werkzeuge und der Strategie dahinter. Daneben Mitgründer von Talentigo.

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